Leben mit Behinderung Hamburg

Servicemenu

Suche

Türen auf für Kulturgenießer – Hamburger Kulturschlüssel ermöglicht kulturelle Teilhabe

Kultur ist mehr als ein Statusobjekt für die, die es sich leisten können. Für viele Menschen bleiben die Türen zu Kultureinrichtungen verschlossen. Oft fehlt das Geld für die Eintrittskarte. Aber auch Sprachbarrieren, Alter oder Behinderungen halten Menschen vom Kulturgenuss ab. Der Hamburger Kulturschlüssel führt Kulturveranstalter, Kulturgenießer und freiwillige Kulturbegleiter zusammen und öffnet die Türen zu Theater, Kinos oder Ausstellungen für Menschen, die normalerweise vom Kulturgenuss ausgeschlossen sind.

Der Hamburger Kulturschlüssel ist ein Leuchtturmprojekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Engagement schlägt Brücken". In der Projektphase von drei Jahren sollen Kulturveranstalter als Kooperationspartner gefunden werden, die Menschen mit geringem Einkommen den kostenlosen Besuch einer Kulturveranstaltung ermöglichen. Herzstück des Kulturschlüssels werden die freiwilligen Kulturbegleiter sein, die die Kulturgenießer zum Beispiel ins Theater, Kino oder eine Ausstellung begleiten. Dies unterscheidet den Hamburger Kulturschlüssel von Projekten in Wien oder Frankfurt, bei denen es ausschließlich um eine Subventionierung von Kulturtickets geht.

"Das Projekt "Hamburger Kulturschlüssel" ist ein Beispiel für die ganze Fülle guter Ideen und Energien, die freiwilliges Engagement freizusetzen vermag. Ehrenamtliches Engagement fördern und damit den Zusammenhalt der Generationen stärken, ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft", so Bundesministerin Ursula von der Leyen. "Auch eine reiche Stadt ist arm ohne Kultur. Jeder Stadt steht der Anspruch gut zu Gesicht, allen Menschen Zugang zu den reichhaltigen Angeboten zu verschaffen. Ob arm oder reich, krank oder gesund, alt oder jung: Das Erlebnis von Musik und Kunst berührt die Seelen aller Menschen und bereichert ihr Leben. Mein Respekt und meine hohe Anerkennung gilt allen Akteuren, den vielen Freiwilligen, der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz und Senator Dietrich Wersich, dem Träger Leben mit Behinderung Hamburg und den verschiedenen Sponsoren. Ihr gemeinsames Engagement steht für Teilhabe und die Kraft, dass Barrieren überwunden werden können und nicht zuletzt für das große Herz einer weltoffenen Stadt Hamburg."

Aus vier mach vierzig – Die Kulturspender
Dem Hamburger Kulturschlüssel ist es bereits in der Startphase gelungen, erste Kulturveranstalter als Kartenspender zu gewinnen. Mit dabei sind das Schmidt Theater, Beatlemania Hamburg, das Museum der Arbeit und die Kurverwaltung St. Pauli.

"Für uns als Kulturträger ist es ein Selbstverständliches, das Projekt "Kulturschlüssel" über unser allgemeines Engagement hinaus mit voller Kraft zu unterstützen", sagt Prof. Norbert Aust, Geschäftsführer Schmidt Theater + Schmidts Tivoli. "Um allen Menschen den Genuss von Kultur zu ermöglichen und somit ihr Leben zu bereichern, ist jeder einzelne und jede private Institution gefordert, sich zu beteiligen und so ist es umso bemerkenswerter, dass mit Hilfe von Ehrenamtlichen und Freiwilligen, insbesondere der Kulturbegleiter, direkte und unmittelbare Hilfeleistung ermöglicht werden kann."

Für den Kulturschlüssel sind Partner der unterschiedlichsten Kulturgattungen wichtig, um ein umfangreiches Spektrum abzudecken und ganz unterschiedliche Kulturgenießer anzusprechen.

"Wir sind glücklich, bereits zur Auftaktveranstaltung mit dem Schmidt Theater, Beatlemania Hamburg, dem Museum der Arbeit und der Kurverwaltung St. Pauli vier Kooperationspartner gefunden zu haben", freut sich Projektleiter Frank Nestler. "Wenn aus den vier Kulturspendern im nächsten Jahr vierzig werden, wäre das ein toller Erfolg für den Kulturschlüssel."


Kulturelle Teilhabe – Die Kulturgenießer
In der ersten Zeit richtet sich der Kulturschlüssel schwerpunktmäßig an Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen. "Es gibt neben dem finanziellen Aspekt verschiedene Gründe, die Menschen am Kulturgenuss hindern", erläutert Judith Hoffmann, zuständige Bereichsleiterin von Leben mit Behinderung Hamburg. "Sprachliche Barrieren, Unsicherheiten im Alter oder unterschiedliche Behinderungen machen es vielen Menschen schwer, alleine zu einem Veranstaltungsort zu gelangen. Der Kulturschlüssel bietet qualifizierte Begleiter, die behilflich sind, diese Hürden zu überwinden."

Der Träger Leben mit Behinderung Hamburg überwindet mit dem Kulturschlüssel erstmals den Rahmen seines "Kerngeschäfts" und öffnet sich für ganz neue Zielgruppen. Dieses entspricht dem Rollenwechsel der Träger der Behindertenhilfe, nicht mehr ausschließlich Programme für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln, sondern unter dem Oberbegriff Inklusion und Teilhabe, bereits bestehende Angebote mit Menschen mit Behinderungen zu nutzen. "Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass integrative Angebote letztlich doch auf behinderte Menschen konzentriert bleiben", stellt Martin Eckert, Geschäftsführer von Leben mit Behinderung Hamburg, fest. "Mit dem Kulturschlüssel haben wir zum ersten Mal ein Angebot entwickelt, das sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen richten soll, in der Menschen mit Behinderung als gleich berechtige Partner gemeinsam Kultur erleben können."


Ein Leuchturm für die Kultur – Die Kulturbegleiter
Der Kulturschlüssel ist eines von bundesweit 46 Leuchtturmprojekten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die mit jeweils 50.000 Euro jährlich unterstützt werden. Die Leuchtturmprojekte sollen die veränderte demografische Situation aktiv angehen und mit besonderer Kreativität eigene Projekte etablieren.
Die Kulturbegleiter sind Freiwillige, die Menschen unterstützen, die nicht alleine eine Kulturveranstaltung besuchen können. Die Freiwilligen erhalten Schulungen und sind in ihrem Freiwilligendienst haftpflicht- und unfallversichert. "Bisher haben wir dreizehn Freiwillige, die den Kulturschlüssel unterstützen", sagt Frank Nestler. "Wir freuen uns über Zuwachs."
Durch die Mitarbeit beim Runden Tisch Generationsübergeifende Freiwilligendienste Hamburg und im Aktivoli-Netzwerk verfügt Leben mit Behinderung Hamburg über hervorragende Kontakte und ist sehr erfahren im Bereich des Freiwilligen Engagements.

Kontakt:
Stefanie Könnecke, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 040-270 790 604
Email: stefanie.koennecke@lmbhh.de