Mit dem Segler die Elbe runter

Rubrik: Neuigkeiten

 

Neun Teilnehmer und zwei Freiwillige segelten im September sechs Tage über die Elbe. Der Törn fand im Rahmen eines Bildungsurlaubs des Bildungsnetz Hamburg statt. François Huguenin, Koordinator für Freizeit und Bildung Nord, war mit an Bord und berichtet:  

Wir konnten nicht wie geplant in Stade einsteigen, weil das Schiff in der Woche vorher im Hafen von Husum festlag. Es gab zu viel Wind für eine Überführung. Wir haben gelernt: beim Segeln kann man nicht alles planen.

Wir stiegen in Glückstadt statt in Stade ein. Der Einstieg war für viele eine Herausforderung; die Gangway ist schmal. Die Rollifahrer wurden getragen bzw. rutschten auf dem Hintern hinein.

Das Einrichten in der Koje und lernen, sich auf dem Schiff zu bewegen dauerte mehrere Stunden. Es ist sehr eng und voller Hindernissen. Sich die Köpfe zu stoßen wird zur Reise dazu gehören.

Die Vorräte waren schon an Bord, die Teilnehmenden mussten sich in der Küche einbringen. Essen kochen, Tisch decken, abwaschen gehörte dazu.

 

Auch mussten wir 2 Nächte in Glückstadt bleiben, wegen des Windes. Wir haben dort gelernt, wie die Bürger von Glückstadt vom Handel auf der Elbe gelebt haben. Fischerei, Salz und Warenhandel mit Elb-Gemeinden. Wir haben den Marktplatz kennengelernt, wie es früher war und heute.

Wir haben dann die Elbe überquert nach Wischhaven. Wir haben 2 Sperrwerke durchquert. In Wischhaven sind wir trockengefallen. Für unsere Teilnehmenden eine besondere Erfahrung! Kommt das Wasser wieder? Dort haben wir die Entstehung von Ebbe und Flut gelernt, und den Zusammenhang mit dem Mond. Wir haben ein Museum über Küstenschifffahrt besucht.

Am 4. Tag haben wir erstmalig Segel gesetzt. Viele Menschen müssen an vielen Seilen ziehen. Wir sind nach Brunsbüttel gesegelt. Wir haben die Bedeutung des Nordostseekanals und der Schleuse gelernt. Wir haben auch Schiffe gesehen, die zum Ausbaggern der Elbe für die aktuelle Elb-Vertiefung eingesetzt werden.

Am nächsten Morgen ging es wieder durch die Schleuse, mit fast vollen Segeln Richtung Stade. Wir lernten die Bedeutung einer Schifffahrtstraße kennen. Wir sahen noch viele Schiffe unterwegs. Wir lernten etwas über das Segeln und über Motoren. Und auch über Windenergie und Atomkraftwerke.

Hinter der Insel Pagensand haben wir eine Nacht geankert. Ein paar von uns waren auf der Insel, mit einem Beiboot rüber gefahren. Die Strömung wechselte mehrmals die Richtung bis zum nächsten Morgen. Am Schiff wurde ein Schifffahrtszeichen angebracht: eine Öllampe für die Nacht, als Zeichen dafür, dass wir vor Anker liegen. Der Naturraum der Elbe wurde sichtbar.

Am letzten Tag fuhren wir nach Stade. Zuvor mussten wir klarschiff machen. Alle beteiligten sich eifrig.

In Stade sah man, wie geübt die Gruppe im Ein- und Aussteigen geworden war. Im Nu waren (fast) alle von Bord gegangen.

Die Unterelbe ist so etwas wie der Vorgarten von Hamburg. Vielleicht verstehen viele Teilnehmende die besondere Lage der Hafenstadt Hamburg jetzt besser. Oder haben einen anderen Blick auf den Hafen.