Einsatz statt Kurzarbeit

Rubrik: Neuigkeiten

Durch Schließung von Werkstätten, Tagesstätten und Begegnungsstätten für Menschen mit Behinderung stehen die Anbieter von Assistenz in Wohneinrichtungen vor einer großen Aufgabe. Leben mit Behinderung Hamburg will für diese Aufgabe übergangsweise Fachkräfte wie Erzieher, Physio- und Ergotherapeuten einstellen, zunächst einmal befristet für drei Monate. 

Auch für Menschen mit Behinderung hat sich der Alltag durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Corono Virus radikal verändert. Ihre Tagesangebote sind geschlossen, Besuche sind verboten, soziale Kontakte runtergefahren. Sie sind nun sieben Tage die Woche in den Wohngruppen und Hausgemeinschaften. Für die Mitarbeitenden von Leben mit Behinderung Hamburg ist dies eine neue Situation. „Wir gehen davon aus, dass diese Situation noch Monate andauern wird. Wir brauchen deshalb weitere Fachkräfte, um in den Wohngruppen eine gute Lebenssituation zu erhalten“, berichtet Stephan Peiffer, Geschäftsführer Leben mit Behinderung Hamburg Sozialeinrichtungen gGmbH. „Wir lesen und hören in diesen Tagen viel von therapeutischen Berufen, die Existenzsorgen haben, oder von Erzieher*innen, die in den Kindergärten zurzeit nicht benötigt werden. Für sie haben wir eine klare Botschaft: Kommen Sie zu uns, beteiligen Sie sich an dieser großen gesellschaftlichen Aufgabe.“ 

Leben mit Behinderung Hamburg bietet Ergo- und Physiotherapeuten, Erziehern und verwandten Berufen an, diese zunächst befristet für drei Monate einzustellen. Geeignet sind Fachkräfte, die Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen oder auch in der Pflege haben und Interesse haben, in der direkten Assistenz mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten. 

„Die neue Situation der Rund-um-die-Uhr-Betreuung ist eine Herausforderung. Mobiles Arbeiten vom Wohnzimmertisch ist in unserm Fall keine Lösung. Wir brauchen die Kolleg*innen vor Ort“, weiß auch Christine Rapp, Betriebsratsvorsitzende bei Leben mit Behinderung Hamburg Sozialeinrichtungen gGmbH. „Die Anerkennung der Gesellschaft ist hoch, der Applaus von den Balkonen laut, doch das reicht nicht aus. Nach der Krise müssen dann den Worten auch Taten folgen. Die Kolleg*innen haben Anerkennung und höhere Löhne verdient.“ 

Interessierte bewerben sich bitte hier.