25 Jahre Pflegedienst

Rubrik: Neuigkeiten

Zu Beginn standen die Verhandlungen. Der Sozialbehörde und den Krankenkassen musste der Bedarf erläutert und das Budget ausgehandelt werden – am Ende erfolgreich: Im Jahr 1993 kam der Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen zustande. "Wir haben der Sozialbehörde von unseren Vorstellungen erzählt und den Krankenkassen die Idee erklärt, damit der Pflegedienst anerkennt werden konnte", erinnert sich Christa Holm, die damals Geschäftsführerin von Leben mit Behinderung Hamburg war.

Anfangs war es ein ausschließlich mobiler Pflegedienst mit nur etwa fünf Mitarbeitenden, der sich zunächst auch nur an ehemalige Bewohner*innen der Einrichtungen von Leben mit Behinderung Hamburg richtete, die in ihre eigene Wohnung gezogen waren und dort Unterstützung brauchten. "Das wurde allerdings schnell zu teuer, weil die Nachfrage unseres Dienstes zu gering war, so dass wir unseren Dienst dann grundsätzlich für Menschen mit Behinderung geöffnet haben", erzählt Christa Holm heute.

Diese Öffnung führte dazu, dass immer Menschen den Pflegedienst in Anspruch nahmen, bzw. nehmen wollten. Nach ein paar Jahren war der Bedarf so groß, dass der mobile Pflegedienst zu personalintensiv und im Jahr 2012 eingestellt wurde. Stattdessen gab es nun einen Pflegedienst vor Ort, der sich um Mitglieder*innen und Bewohner*innen innerhalb der Einrichtungen von Leben mit Behinderung kümmerte.

Für sie übernahmen die Mitarbeitenden auf den jeweiligen Bedarf ganz individuell abgestimmte Aufgaben der Grund- oder Behandlungspflege und unterstützen bei der Ernährung, Hauswirtschaft oder Beschäftigung der Klient*innen. Auch ergänzende Leistungen wie Spaziergänge oder die Essenszubereitung wurden je nach Bedarf übernommen.

Wegen der Ambulantisierung und des steigenden Pflegebedarfs wurde das Konzept wenige Jahre später erneut angepasst. Seit 2015 gibt es bei Leben mit Behinderung Hamburg darum die integrierte Assistenz. „Das Konzept setzt voraus, dass es in jeder Einrichtung eine Pflegefachkraft gibt und auch alle weiteren Mitarbeitenden im pflegerischen Bereich geschult worden sind“, betont Elke Petereit, die Leitung des Pflegedienstes. „Nur so können Pflege und Eingliederung in Kombination ausgeführt werden.“ Derzeit werden etwa 105 Klient*innen auf diese Weise versorgt.