Hohe Belastung für Eltern und Kind

Rubrik: Neuigkeiten

Als im Zuge der Covid-19-Pandemie die Schulen für einen zunächst nicht absehbaren Zeitraum geschlossen wurden, war das für Familien mit Schulkindern eine große Umstellung. Während manche diese Zeit als Wohltat empfanden, haben andere den Präsenzunterricht an den Schulen vermisst – sowohl Kinder als auch Eltern. Dennoch darf auch diese Ausnahmesituation am Recht auf Bildung nichts ändern.

Wir wollten von Eltern mit einem behinderten Kind wissen, wie sie die Zeit der Schulschließungen erlebt haben und wie gut die Teilhabe an Bildung aus ihrer Sicht funktioniert hat. 43 Personen haben an unserer Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse sind darum keinesfalls repräsentativ, ermöglichen aber einen ersten (und auch sehr deutlichen) Einblick in die Situation der Familien.

Insgesamt sind 73,7% der Befragten der Meinung, dass die Teilhabe an Bildung während des Lockdowns schlecht oder eher schlecht funktioniert hat. Die Erfahrung mit dem Homeschooling bewerten 67,6% der befragten Eltern als schlecht oder sehr schlecht, 32,3% als gut oder sehr gut.

In 48,5% der Fälle gab es für das Kind keine digitalen Lernangebote. Jeweils 21,2% gaben an, dass die Aufgaben für das Kind nicht oder nur mit großer Hilfestellung lösbar waren. Lediglich 9,1% der Befragten gab an, dass die Nutzung digitaler Lernangebote für das Kind gut funktioniert haben.

Die Effektivität des Homeschoolings beurteilen die befragten Eltern sehr unterschiedlich. 48,6% der Befragten schätzen das Lernen des Kindes im Vergleich zur Zeit vor den Schulschließungen als schlechter ein, 25,7% als besser, weitere 25,7% sogar als besser.

Die Betreuung des Kindes wurde in den Familien unterschiedlich organisiert. Bei der Hälfte der Befragten (50%) hat ein Elternteil im Homeoffice gearbeitet und gleichzeitig das Kind betreut. Bei 9,4% der Befragten hat sich ein Elternteil dafür freigenommen. Bei 18,8% der befragten Familien ist ein Elternteil ohnehin für die Betreuung zu Hause, in 12,5% der Fälle konnte die Betreuung über Fachkräfte erfolgen. Trotz dieser Unterschiede fällt das Urteil der Befragten hinsichtlich der Belastung der Eltern während des Homeschoolings sehr einheitlich aus: 89,1% der Befragten beurteilen diese mit hoch oder eher hoch.

Noch deutlicher antworteten die Befragten nur auf die Frage, wie wichtig der Präsenzunterricht für das Kind sei: 100% der Befragten empfinden ihn als wichtig oder eher wichtig. 65,6% der Kinder hätten während der Schulschließungen keinen Kontakt zu anderen Kindern gehabt (auch nicht über Telefon, Zoom, etc.), 34,4% hatten mit anderen Kindern Kontakt. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte bei der Frage, was Ihrem Kind am meisten gefehlt habe, soziale Kontakte und/oder gleichaltrige Freunde. Der Kontakt zu Lehrern sowie eine geregelte Lernstruktur und eine gewisse Alltagsroutine zählten zu den ebenfalls häufig genannten Aspekten.

Entsprechende Auswirkungen bemerkten Sie während der Zeit des Lockdowns bei ihren Kindern: 43,8% der befragten Eltern gaben an, ihr Kind sei unausgeglichener als vorher gewesen. 25% hingegen seien ausgeglichener als vorher gewesen. 31,1% konnten keinen Unterschied feststellen.

Den Eltern habe den Befragten zufolge vor allem Ruhe und Erholung gefehlt, sowie die dafür notwendige Unterstützung bei der Betreuung des Kindes, aber auch teilweise die Unterstützung der Lehrer bezüglich der Beschulung des Kindes – andere hingegen betonten, wie gut sie seitens der Schule/Lehrer unterstützt wurden. Gemangelt habe es darüber hinaus an Zeit für sich und/oder alltäglichen Aufgaben wie Job, Haushalt und Einkauf, aber auch an konkrete(re)n Informationen über aktuelle Aufgaben und zu Perspektiven.

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Die kompletten Ergebnisse der Umfrage können Sie hier einsehen.