Altern ist schön!

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Altern ist schön! Mit diesem Motto startete vor drei Jahren das Projekt Chancen-Netz-Senioren – um es nur wenig später ein Fragezeichen zu ergänzen: Altern ist schön!? Denn gerade die Umstände für die wachsende Gruppe der Menschen mit Behinderung im Seniorenalter hatten noch Optimierungsbedarf.

Darum wurde Chancen-Netz-Senioren 2017 als präventives Projekt ins Leben gerufen. Das Ziel: Senior*innen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben und Altern zu ermöglichen. Dafür wurde zunächst in vier Modellregionen (Altona, Barmbek-Winterhude, Bergedorf und Harburg) eine Bedarfsanalyse durchgeführt, um herauszufinden, was dafür gebraucht wird.

Da gerade durch den Eintritt in das Rentenalter nicht nur der geregelte Tagesablauf durch die Arbeit, sondern auch viele soziale Kontakte wegfallen, wurden vor allem inklusive Freizeitangebote und Sozialräume benötigt, die (auch) die Zielgruppe der Senior*innen mit einer Behinderung ansprechen. Zahlreiche Akteure im Sozialraum wurden angesprochen, in Workshops geschult und mit Unterstützungsangeboten versorgt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehr als 180 Angebote haben sich für die Zielgruppe geöffnet.

Alle Angebote wurden in einem Möglichkeitenkatalog zusammengefasst, der neben Freizeitaktivitäten auch Begleitdienste und Beratungsangebote umfasst. Im Rahmen eines „Markt der Möglichkeiten“ sollten zudem die Akteure die Möglichkeit bekommen, sich und ihre Angebote vorzustellen und so direkt den Kontakt zur Zielgruppe auf- und mögliche Hemmschwellen der Teilnahme abzubauen. Wegen der Corona-Pandemie musste dieser jedoch ebenso wie der Versand des Katalogs zunächst verschoben werden, da ein großer Teil der Angebote derzeit nicht oder nur eingeschränkt stattfinden kann.

Darüber hinaus wurde auch Mein Kompass um Fragen zu den Themen Alter und Altern ergänzt und entsprechende Materialien ausgearbeitet, damit auch hier die Zielgruppe der Senior*innen mit einer Behinderung entsprechend unterstützt werden kann. Auch mit Tagesstätten und Werkstätten wurde zusammengearbeitet, um die Mitarbeitenden für den Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand zu sensibilisieren und Möglichkeiten wie Alters-Teilzeit, Abschiedsfeste oder auch die Fortführung bestimmter Prozesse im Rentenalter anbieten zu können.

Alles in allem ein erfolgreiches Projekt, das neben der Zielgruppe auch die Senior*innen mit Behinderung, die am Projekt mitgearbeitet haben, gestärkt hat. Projektleiterin Uta Kampers resümiert: „Ich bin sehr zufrieden mit den Projektergebnissen.“ Zu Recht, denn wie das Ergebnis der Abschluss-Evaluation der HAG bestätigt, hat eine Sensibilisierung der Menschen und Akteure in den Sozialräumen für Senior*innen mit Behinderung stattgefunden. Darum gilt: Altern ist schön!

 

Gefördert durch die Heinrich-Leszczynski Stiftung.