Wahl der Interessenvertretung

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Pling, pling, pling… erklang es im Stakkato am Freitag, den 13. November, Punkt 17 Uhr, als sich eine Vielzahl an Gästen zur Zoom-Konferenz einwählte, um bei der Wahl der neuen Interessenvertretung dabei zu sein. Gespannt verfolgten die Klientinnen und Klienten von Leben mit Behinderung Hamburg, die in den Treffpunkten und Wohneinrichtungen zusammensaßen, an den Bildschirmen die Stimmenauszählung; auch die Geschäftsführung und Bereichsleitungen fieberten mit. Souverän führte Daniel Klein, Bewohner der Wohngemeinschaft Margarethenstraße, durch die Wahlveranstaltung, assistiert von Bereichsleiter Mathias Westecker und Nora Peters von Stadttreiben.

Die Wahl der Interessenvertretung ist ein besonderes Ereignis und die Interessenvertretung ein wichtiges Gremium der Mitbestimmung für Menschen, die in den unterstützten Wohnangeboten von Leben mit Behinderung Hamburg leben oder dessen soziale bzw. Pflegedienste sie in Anspruch nehmen. Alle vier Jahre wählen sie aus ihren eigenen Reihen Vertreterinnen und Vertreter, die sich um Beschwerden und Probleme kümmern und diese an die Geschäftsführung weitergeben.

Die Themenschwerpunkte der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten sind vielfältig, um nur einige zu nennen: Freizeitgestaltung, Klimaschutz, ÖPNV und Frauenrechte. Und so drückten alle, die zuschauten, ihren Favoriten die Daumen. Per Zoom. Live. Ein Novum, aber nicht das einzige. Noch nie gab es so viele Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl stellten, insgesamt 50 an der Zahl, verteilt auf die sieben Regionen Walddörfer – Barmbek –Bergedorf – Hildegard-Schürer-Haus – Süd – West und City. Allein auf die Region Süd entfielen 13 Bewerbungen, und mit der neu gebildeten Region City trat dort eine neue Interessenvertretung hinzu.

Und noch nie waren die Bewerbungen so lebendig wie in diesem Jahr. Da sich die Kandidaten und Kandidatinnen coronabedingt nicht persönlich vorstellen konnten, machten sie aus der Not eine Tugend und präsentierten sich dem Wahlpublikum in Videoclips. Die Aktion kam gut an und bereitete nicht nur den Protagonisten Freude. Fabian Pietzcker, Kandidat für das Amt in der Region Barmbek und Bewohner der Hausgemeinschaft Selbst und Sicher, meinte dazu: „Als Drehort wählte ich den Osterbekkanal, im Spätsommer fand ich es dort besonders schön. Mein WG-Genosse, der mich filmte und dann den Clip passend zusammenschnitt, hatte auch viel Spaß dabei.“

Die Wahlbeteiligung fiel hingegen nur mäßig aus. Sie lag in den einzelnen Regionen zwischen 20 und 43 Prozent. Der Stimmung tat dies an diesem Abend aber keinen Abbruch. Überall brandete Applaus und Jubel auf, als die Wahlergebnisse verkündet wurden, und manch einer staunte ganz ungläubig ob seiner Nominierung. Die Vorsitzenden der Gesamtvertretung übermittelten ihre Glückwünsche und freuten sich auf die künftige Zusammenarbeit. Stephan Peiffer war ganz begeistert von diesem Veranstaltungsformat: „So was haben wir noch nicht erlebt. 50 Kandidaten und eine Wahlparty wie jetzt hat es noch nie gegeben. Leben mit Behinderung hat eine richtig starke Interessenvertretung, herzlichen Glückwunsch!“ Und Mathias Westecker, dem die Freude über diesen gelungenen Abend sichtlich ins Gesicht geschrieben stand, meinte zum Schluss „Wir sind stolz auf diejenigen, die sich zur Wahl gestellt haben und stolz auf diejenigen, die gewählt wurden.“ Ein ganz besonderer Dank gebührte Svenja Eggersmann, die die Wahl der Interessenvertreter organisiert hatte, krankheitsbedingt aber nicht dabei sein konnte.

Das Wahlergebnis selbst lässt sich wie folgt einordnen: Mit Ausnahme des Hildegard-Schürer-Hauses, wo die Interessenvertretung im Amt bestätigt wurde, gab es in den übrigen Vertretungen mindestens eine Neubesetzung. Demokratie lebt von Veränderungen, und wir dürfen gespannt sein über die inhaltlichen Schwerpunkte in den neu gewählten Gremien. Die Assistenzen der regionalen Interessenvertretungen werden die Termine der nächsten Treffen mitteilen, ebenso zur Wahl der jeweiligen Vorsitzenden.