Senatskoordinator Ralph Raule im Südring

Rubrik: Neuigkeiten

Ralph Raule kam auf Einladung unserer Vereinsvorsitzenden Ingrid Jäger am 9. Dezember 2020 in den Südring. Zum Abschluss seiner ersten 100 Tage als Senatskoordinator für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung tauschte er sich unter Beachtung der Hygieneregeln mit Ingrid Jäger sowie der Leiterin des Inklusionsbüros, Nina Gust, und Kerrin Stumpf aus.

Corona-Prävention muss inklusiv sein

Ein Schwerpunkt im neuen Amt sei die Anerkennung in der Zivilgesellschaft, gegen behinderungsbedingten Beschränkungen, z.B. wenn Menschen keine Masken tragen können. Hier setzt das Inklusionsbüro seine Informationsstrategie fort, nun mit dem SKBM im Hauptamt noch intensiver. Er und die Vorsitzende waren sich einig, dass in einer Impfstrategie Menschen mit Behinderung vorrangig berücksichtigt werden müssen.

Schweren Behinderungen richtig begegnen

Ingrid Jäger wies auf die Perspektive der Menschen im Elternverein hin. Sie beschrieb – auch anhand der Erfahrungen als Mutter und rechtliche Betreuerin ihres Sohnes – die Bedeutung von Teilhabe für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf – gerade in der jetzigen Zeit. Kontaktbegrenzungen können für sie regelrecht gefährlich sein. Beziehungen mit Vertrauen, die auch Berührungen ermöglichen, sind für sie existentiell.

Probleme offen ansprechen

Viele Beschwerden, die der SKBM erhält, sind auch im Elternverein ein Thema. Der Brandbrief und weitere Aktionen des Elternvereins gegen das Vollzugsdefizit des Fachamts Eingliederungshilfe im Herbst trafen ins Schwarze, so Ralph Raule, und werden von seinem Büro konsequent fortgesetzt. So soll weiter zusammengearbeitet werden.

Lobby für die Gleichstellung

Der Hamburger Landesaktionsplan wird 2021 fortgeschrieben. Sämtliche Zielgruppen sollen einbezogen werden. Inklusionsbüro und Elternverein verabredeten, im Kontakt zu bleiben, damit die Interessenvertretung der Mitglieder im Elternverein so richtig gelingt. Auch in anderen Vorhaben kann die Zusammenarbeit die Menschen stärken und entlasten. Ralph Raule wies auf das Hamburgische Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung hin mit der einzurichtenden Schlichtungsstelle und dem Partizipationsfonds. Aus Sicht des Vereins geht es um die Gleichstellung von Anfang an, bei der Frühförderung, in Schulen, mit Bescheiden in leichter Sprache und Emanzipation aus dem Elternhaus.

In Verbindung mit der Hamburger LAG

Das verbindliche Engagement des Elternvereins für die Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen lobte Ralph Raule. Die LAG ist in den letzten Jahren zum entscheidenden Player für die Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung in der Stadt geworden, insbesondere als maßgebliche Interessenvertretung nach dem BTHG. Die politische und Projektarbeit der LAG ist wichtig, so Ingrid Jäger, bewirkt Teilhabe und Barrierefreiheit u.a. auch in Verbindung mit dem Inklusionsbüro. Die Elternenergie des Vereins ist hier richtig eingesetzt.

Das war ein vielversprechendes Gespräch mit dem Gleichstellungsbeauftragten, das wir inzwischen schon fortsetzen. Südring Aktuell wird weiter berichten.

Kerrin Stumpf