Corona-Impfung: Antworten auf Ihre Fragen

Rubrik: Neuigkeiten

Nach der erfolgreichen ersten Veranstaltung im Februar fand im März der zweite Teil von „Impfen jetzt? Darüber müssen wir reden!“ per Zoom statt. Mehr als 75 Teilnehmende waren erneut dabei.

Als Expert*innen waren dieses Mal Birgit Pohler (SIMI Stiftung Alsterdorf) und Dr. Janina Schwabl (Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf) dabei, sowie Ralph Grevel (Geschäftsführer) und Mathias Westecker (Corona Info-Stab) der Dienstleistungs-Gesellschaft von Leben mit Behinderung Hamburg, die sich gemeinsam den Fragen der Teilnehmenden gestellt haben.

Impfangebote vor Ort

Aktuell wird allen Leistungsberechtigten der Eingliederungshilfe in ihren Hamburger Einrichtungen ein Impfangebot gemacht. Derzeit impfen die mobilen Teams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in den Wohnangeboten (besondere Wohnform und ambulante WGs) in sämtlichen Dienstleistungen der Stadt. Anschließend folgen die Werkstätten und Tagesstätten.

Impfen im SIMI

Während der Veranstaltung ging es um das besondere Impfangebot des SIMI. Menschen mit Down-Syndrom, Contergan-Schaden und sogenannter geistiger Behinderung sind gebeten, hier einen Impftermin zu vereinbaren, bei dem sie und eine Kontaktperson geimpft werden können. Dies gilt neuerdings auch für Jugendliche (16- und 17-Jährige) mit hoher Priorität. Das SIMI führt dazu eine separate Anfrageliste.

Für Fragen bietet das SIMI ein Beratungstelefon für die Zielgruppe an. Aufgrund der hohen Nachfrage wird jedoch um Geduld gebeten.

Aktuelle Probleme für Menschen mit Behinderungen und Familien

Personen in eigener Wohnung und deren Angehörige haben noch zahlreiche offene Fragen, die während der Veranstaltung besprochen wurden. Grundsätzlich gilt: Geimpft wird nur, wer nach der Impf-Verordnung dazu berechtigt ist. Ein ohne Verordnung vereinbarter Impftermin berechtigt nicht zu einer Impfung.

Wir haben darüber gesprochen, was bisher nicht funktioniert:

  • Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf (1. Priorität), die in einer eigenen Wohnung wohnen und mit ihren Assistent*innen Anspruch auf eine Impfung hätten, erhalten bisher noch kein offizielles Impf-Angebot.
  • Pflegende Angehörige gelten in der Impf-Verordnung nun zwar zu Personen mit höchster Priorität, bekommen in Hamburg aber bislang trotzdem kein Impf-Angebot.•    Familien, Eltern und Geschwister von Kindern mit Behinderung und Pflegebedarf leiden besonders unter der Krise, haben derzeit aber trotzdem noch keine Aussicht auf ein Impf-Angebot.
  • Rechtliche Betreuer*innen im Ehrenamt sowie Berufs- und Vereinsbetreuer*innen, die in Einrichtungen arbeiten, bekommen in Hamburg derzeit kein Impf-Angebot. So bleibt rechtliche Betreuung eine notwendige, aber unsichtbare Leistung.

Wir setzten uns weiter für die Lösung dieser Probleme ein.

Generell gilt, dass momentan alle Geduld haben müssen, bis ausreichend Impfstoff vorhanden ist.

Dies sind unsere Tipps für Angehörige:

Die Impf-Verordnung gibt Ihnen ein Recht, geimpft zu werden,

a) als Pflegeperson
b) als Kontaktperson von Menschen mit hoher Priorität (Down-Syndrom, sogenannter geistiger Behinderung und Conterganschaden), auch bei Kindern und Jugendlichen.

Die Impfungen der hohen Priorität sind in Hamburg noch nicht gestartet. Daher benötigen Sie aktuell für Ihre Impfung

  • einen Nachweis des Pflegebedarfs der Person, die Sie pflegen,
  • einen aktuellen Nachweis, dass Sie pflegende Angehörige Person sind
  • das ausgefüllte Formular Kontaktperson.

Aktuell gab es noch große Schwierigkeiten vor Ort im Impfzentrum.

Bitte informieren Sie uns, wenn Sie Schwierigkeiten haben, damit wir Ihre Interessenvertretung unterstützen können.

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"Impfen jetzt? Darüber müssen wir reden" ist eine Veranstaltung des Elternvereins von Leben mit Behinderung Hamburg und People First e.V.