Belastende Corona-Zeit für Eltern

Rubrik: Neuigkeiten

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir Sie gefragt, ob und wie Teilhabe an Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung während der Corona-Pandemie funktioniert. Das Ergebnis: Durchwachsen. Während die Teilhabe für manche gut funktionierte, war vor allem die Zeit des Lockdowns zwischen Homeschooling und Wechselunterricht für viele Familien eine nervenaufreibende und kräftezehrende Zeit.

34 Eltern haben sich in diesem Jahr an unserer Umfrage beteiligt, sodass die Ergebnisse zwar nicht repräsentativ oder direkt mit denen des Vorjahres vergleichbar sind, aber sie ermöglichen dennoch einen guten Einblick in die Situation von Familien mit einem Kind mit Behinderung.

Die gute Nachricht zuerst: Aus Sicht von 51,5 % der Befragten hat sich das Homeschooling-Angebot im vergangenen Schuljahr verbessert. Während im Vorjahr noch 48,5 % der Befragten angaben, dass es gar keine digitalen Lernangebote gegeben hat, war es dieses Jahr nur noch bei 17,6 % der Befragten der Fall. 2020 hatten die Frage, ob das Kind die digitalen Lernangebote gut nutzen konnte, nur 9,1 % mit ja beantwortet. Dies sagten dieses Jahr immerhin 29,4 % der Befragten. Trotzdem bewerten 57,6 % der Befragten ihre Erfahrung mit dem Homeschooling immer noch als schlecht oder sehr schlecht.

88,2 % der Befragten stufen die Belastung für Eltern als eher hoch oder sogar sehr hoch. Dies kann unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass in einem Großteil der befragten Familien (41,2 %) die Betreuung von einem Familienmitglied parallel zur Arbeit im Homeoffice übernommen wurde. Auch wurde kommentiert, dass Familien, die ein Kind mit Behinderung pflegen, ohnehin oft wenig Energiereserven haben und so schon vor Corona eine hohe Belastung spürten, die nun noch verstärkt wurde. Dementsprechend häufig wurde erwähnt, dass vielen Eltern im vergangenen Jahr am meisten Zeit, Ruhepausen Kontakt zu anderen Erwachsenen gefehlt habe.

Ähnlich sah es in dieser Hinsicht bei den Kindern und Jugendlichen aus. Laut Aussagen ihrer Eltern hätten sie vor allem direkte Kontakte zu anderen Gleichaltrigen sowie auch geregelte Strukturen der Schule gefehlt. 30,3% der Eltern gaben an, dass ihr Kind während des Lockdowns keinerlei Kontakte zu anderen Kindern (auch nicht per Telefon, Zoom, o.Ä.) hatte. Dass den Kindern sowohl Mitschüler*innen als auch die Strukturen der Schule gefehlt haben, bestätigt auch die Aussage, dass der Präsenzunterricht laut Aussage von 73,5 % der befragten Eltern wichtig sei.

Die detaillierten Ergebnisse zu allen Fragen können Sie sich hier ansehen.