Digitale Markt-Premiere

Rubrik: Neuigkeiten

Bunte Marktstände, Stimmengemurmel und jede Menge Stände mit unterschiedlichsten Produkten in allen Farben und Formen, verkauft von stolzen Beschäftigten der Hamburger Tagesstätten - dafür steht der Marktplatz NAHT. Wäre da nicht Corona. Im letzten Jahr musste der Markt Pandemie-bedingt ausfallen. Damit das nicht noch einmal passiert, wurde für dieses Jahr von vornherein eine Corona-konforme Version organisiert.

Per Zoom hatten die Träger der Hamburger Tagesförderung am 29. September die Gelegenheit, ihre Räumlichkeiten, Aktivitäten und Produkte per Video vorzustellen, so dass die Gäste den „Marktplatz als Fernsehprogramm“ erleben konnten, wie Mathias Westecker, Bereichsleitung Unterstütztes Arbeiten, es nannte.

Als Moderatorinnen manövrierten Lucie von Behr (Arche Nova Tagesförderung) und Nadine Voß (Tagesstätte Ilse Wilms) die Teilnehmenden durch verschiedene kreativ gestaltete Filme. So zeigte zum Beispiel die Tagesförderstätte Stiftung Anscharhöhe, wie die hausgemachten Grillanzünder entstehen (und bewies zudem, dass sie länger brennen als gekaufte Exemplare), das Atelier Freistil überraschte mit Müsli statt Kunst und die Beschäftigten der Tagesförderstätte Bargenhof nahmen die Zuschauerinnen und Zuschauer mit zwischen die riesigen Regale ihres Bücherprojekts. Musikalisch wurde es mit dem Projekt „Kaleidofon“ von Barner16, ein Interface für künstlerisches, inklusives Arbeiten, mit dessen Hilfe Menschen auf ihre Laute abgestimmte Musik machen oder mithilfe von Körperbewegung Klavier spielen können. Aufgelockert wurde das Programm von einer Mitmach-Aktion des Theater 36.

Kleiner Wermutstropfen: Da es ein großes Experiment und die Unsicherheit, ob technisch alles klappen würde, zu groß war, öffnete der Markt seine digitalen Pforten dieses Mal nur für die Träger der Tagesförderung und nicht, wie sonst, auch für alle externen Interessierten. Dennoch waren mehr als 50 Teilnehmende bei Zoom angemeldet, die reale Teilnehmerzahl lag jedoch deutlich darüber, da meist Mitarbeitende und Beschäftigte gemeinsam vor den Bildschirmen saßen. Und obwohl alle mehr als zufrieden wirkten, ist die Hoffnung und Vorfreude groß, sich nächstes Jahr wieder zwischen Stimmengemurmel und Marktständen treffen zu können.