Eingliederungshilfe beim Corona-Bonus vergessen?

Rubrik: Neuigkeiten

Geschäftsführer*innen richten sich in einem Offenen Brief an Senatorin Dr. Melanie Leonhard

Die Geschäftsführer*innen von Leben mit Behinderung Hamburg, der Stiftung Rauhes Haus, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und dem Sozialkontor richten sich in einem Offenen Brief an die Sozial- und Gesundheitssenatorin Dr. Melanie Leonhard und fordern einen Corona-Bonus für Mitarbeiter*innen der Eingliederungshilfe.

Die vergangenen zwei Jahre waren für die Mitarbeiter*innen der Hamburger Eingliederungshilfe eine Herausforderung. Insbesondere während der Lockdowns. Als die Tagesstätten und Werkstätten geschlossen waren, mussten Klient*innen, mit zum Teil schweren Behinderungen, rund um die Uhr in den Wohneinrichtungen bleiben. Mitarbeiter*innen wurden flexibel eingesetzt und mussten in dieser Zeit nicht nur Pflege und pädagogische Unterstützung, sondern auch die emotionale Unterstützung der Angehörigen, leisten. Denn es gab Betretungsverbote für die Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Die Kontakte zu Angehörigen waren auf Telefonate oder Videocalls beschränkt. Nach den hohen Belastungen bleibt den Mitarbeiter*innen der Eingliederungshilfe nur das Klatschen auf den Balkonen. Denn der Corona-Bonus geht auch dieses Mal ausschließlich an die Mitarbeitenden, die in der Pflege arbeiten.

Die meisten Menschen mit Unterstützungsbedarf werden in Hamburg in ambulanten Settings unterstützt. In der ambulanten Unterstützung kommen Mitarbeitende, die Leistungen aus der Pflege erbringen und einen Corona-Bonus erhalten, und Mitarbeitende, die Leistungen der Eingliederungshilfe erbringen und keinen Bonus erhalten, zu denselben Klient*innen. Dass die einen den Bonus erhalten und die anderen nicht, ist nicht vermittelbar.

Die Geschäftsführenden der großen Träger der Eingliederungshilfe in Hamburg haben sich jetzt in einem Offenen Brief an Sozial- und Gesundheitssenatorin Dr. Melanie Leonhard gewandt und fordern die Einführung einer Corona-Prämie für die Mitarbeitenden der Eingliederungshilfe.

Der Offene Brief zum Download