Inklusion geht nur gemeinsam mit den Eltern

    Leben mit Behinderung Hamburg begrüßt Eckpunktepapier der Schulbehörde zur Inklusion und fordert, die Eltern in die Umsetzung mit einzubeziehen.

    Leben mit Behinderung Hamburg begrüßt die Vorlage der Schulbehörde der Eckpunkte zur Inklusiven Bildung. "Wir sehen gute Voraussetzungen, nun endlich die Zeit der Unsicherheit und des Improvisierens rund um das Gemeinsame Lernen zu beenden", sagt Martin Eckert, Geschäftsführer von Leben mit Behinderung Hamburg. "Wir hoffen, dass die Schulbehörde bald ein stimmiges Konzept vorlegt, das den Rechtsanspruch auf Gemeinsames Lernen und das Recht der Eltern, die Schulform für ihr behindertes Kind frei zu entscheiden, auf eine klare und verlässliche Basis stellt."

    Das Gelingen der Inklusion an den Hamburger Schulen werden die Eltern daran messen, ob tatsächlich ein Prozess in Gang gesetzt werden kann, der allen Eltern behinderter Kinder eine Entscheidung für das Gemeinsame Lernen möglich macht. "In der konkreten Umsetzung muss die Schulbehörde das Wissen und das Engagement der Eltern behinderter Kinder einbeziehen", so Eckert weiter. Insbesondere für den offenen und unbefangenen Umgang aller am Schulleben Beteiligten können Eltern behinderter Kinder gute Erfahrungen beitragen -  zum Beispiel aus dem seit Langem auf Integration ausgerichteten Hamburger Kita-System.

    Als Elternverein kommt es Leben mit Behinderung Hamburg darauf an, auch Kindern mit sehr umfassenden Förder- und Betreuungsbedarfen den Weg in die Allgemeine Schule zu öffnen. "Im Zweifelsfall muss für einige der Kinder von der auf den Durchschnitt gerechneten Stundenzuweisung abgewichen werden können", erläutert Martin Eckert.

    Durch den §12 HmbSG ist festgeschrieben, dass die behinderungsbedingte Betreuung und Schulbegleitung in die Regie und Verantwortung der jeweiligen Sonder- und Regelschulen übergeht. "Auf diese Zusage haben wir lange gewartet", sagt Martin Eckert. "Jetzt ist die Schulbehörde in der Pflicht, Eltern endlich von der Last zu befreien, das Risiko des Gelingens oder Scheiterns der Schulbegleiter  selber zu tragen."