Inklusion – nun muss Qualität her

    Eltern formulieren Erwartungen an die Behörde

    In der Entwicklung des Gemeinsamen Lernens an Hamburger Schulen verlangen die Eltern, dass nun endlich Qualität, Verlässlichkeit und  eine gute Förderplanung in den Mittelpunkt gerückt werden. Leben mit Behinderung Hamburg begrüßt deshalb die Ankündigung der Schulbehörde, mit Teams von Fachleuten systematisch die Schulen zu besuchen, vor Ort Schwachstellen zu identifizieren, Beratung zu leisten  und gegenseitigen Erfahrungsaustausch herzustellen. Schulsenator Ties Rabe hatte am 27. Oktober 2014  in einer Diskussion mit rund 100 Eltern behinderter Schülerinnen und Schüler diese Pläne in einer Veranstaltung des Elternvereins vorgestellt.

    Die Eltern fordern jetzt, dass innerhalb der von allen Schulen mit den Schulaufsichten zu  treffenden Ziel-und Leistungsvereinbarungen für die nächsten Schuljahre  Inklusion einen festen Platz erhalten muss. Die Schulaufsichtsbeamten, die die einzelnen Schulen beraten, müssen selbst  Fortbildungen absolvieren.

    Statement Martin Eckert, Geschäftsführer des Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein e.V.:

    Wir erwarten, dass endlich nicht mehr ausschließlich über Ressourcen gestritten wird, sondern an allen Grund-und Stadtteilschulen an der Qualitätsverbesserung gearbeitet wird.Eltern machen derzeit sehr widersprüchliche Erfahrungen: Während viele Lerngruppen erfolgreich und zum Nutzen aller Kinder ob mit oder ohne Behinderung arbeiten, gibt es in anderen Schulen - manchmal sogar schon in der Nachbarklasse - Ratlosigkeit, Überforderung oder das Fehlen von Konzepten. Dies durchaus bei vergleichbarer Ausstattung mit Personal und Räumen.
    Die Eltern, die sich regelmäßig bei Leben mit Behinderung Hamburg zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Beratung treffen, erwarten von der Schulbehörde, dass die Erfahrungen der Eltern in die Planung des neuen Visitationsprogramm der Schulbehörde einfließen.  Immer wieder wiesen die Eltern die Verantwortlichen darauf hin, dass nach wie vor  keine durchgängig gute Förderplanung erfolgt. Teils fehlen die Förderpläne ganz oder werden nicht mit den Eltern besprochen. Die Eltern fordern, dass an den Schulen volle Transparenz über Fortbildungsanstrengungen der Pädagogen zum Thema Inklusion hergestellt wird. Das Wissen und auch das Engagement der Pädagogen erleben wir Eltern als sehr uneinheitlich. 
    Die Eltern erwarten von der Schulbehörde, dass die Zuteilung von Ressourcen für die einzelne Schule oder Lerngruppe in allen Fällen mit klaren qualitativen Fragen verbunden wird. Lerngruppen, in denen auf  die Verschiedenheit der Kinder nicht mit differenzierten Unterrichtsformen eingegangen wird, werden nicht dadurch erfolgreicher, dass zu dem vielleicht vorhandenen einem  Unterrichtshelfer ein zweiter oder dritter hinzukommt.