Erwartungen der Eltern an die zukünftige Regierung

    Die aktuelle Diskussion um die Inklusion zeigt: Die Beschulung von Kindern mit Behinderung taugt auch zum Wahlkampfthema. Leben mit Behinderung Hamburg streitet vor allen Dingen um die Qualität in der Inklusion und eindeutige Erwartungen an die zukünftig Regierenden.

    Die Eltern im Netzwerk von Leben mit Behinderung Hamburg sehen mit Erleichterung, dass die Entwicklung des Gemeinsamen Lernens an Hamburger Schulen im Wahlkampf nicht in Frage gestellt wird. Hamburg diskutiert die Inklusion und das ist gut für alle Kinder, nicht nur die mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Aber: Die Umsetzung der Inklusion darf nicht in den allgemeinen Ressourcenproblemen des Hamburger Schulsystems zerredet und zerrieben werden. Wer auch immer nach der Wahl die Hamburgische Schulpolitik führen wird: Wir Eltern werden ihn oder sie in die Pflicht nehmen für mehr Qualität und Verlässlichkeit im differenzierten Unterricht. Die Eltern erwarten Konzepte, die für ihre Kinder funktionieren. In den von der Schulbehörde angekündigten systematischen Besuchen von Fachleuten in den Schulen, die zum Ziel haben, Schwachstellen der Binnendifferenzierung zu identifizieren, Beratungsprozesse herbeizuführen und Best-Practice-Beispiele bekannt zu machen, sehen die Eltern eine Chance für die Schulpolitik, die Inklusion mit Qualität umzusetzen. Die zuständige Oberschulrätin der Schulbehörde, Birghild Böker, wird noch im Februar das Programm „Schulbesuche“ Eltern und Fachleuten im Netzwerk von Leben mit Behinderung Hamburg vorstellen.

    „Wir Eltern fordern, alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit als Schüler angemessen zu fördern“, sagt Kerrin Stumpf, Geschäftsführerin des Elternvereins von Leben mit Behinderung Hamburg. „Dazu braucht es gute und praktizierbare Förderpläne für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Die richtige Zuteilung von Ressourcen ist wichtig und zwar da, wo sie erforderlich sind.“
    Guter Unterricht hängt nicht von Ressourcen allein ab, das erfahren Eltern und Kinder tagtäglich. Die Entscheidung, wo es mehr braucht, muss auf fachlicher und transparenter Grundlage getroffen werden. Stumpf weiter: „Wir Eltern verlangen, dass, wie beim Ausfall von Unterricht üblich, in Hamburg eine Dokumentationspflicht eingeführt wird, wenn Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mangels der für sie vorgesehenen Unterrichtsunterstützung  zu Hause bleiben müssen.“


    Nach der Wahl bzw. der Regierungsbildung wird Leben mit Behinderung Hamburg Elterverein e.V. die Verantwortlichen in Behörde, Bürgerschaft und Senat weiter mit den aus Elternsicht zentralen Fragen und Forderungen konfrontieren:

    -    Standards in der Förderplanung und deren sorgfältige nachhaltige Umsetzung
    -    Verankerung des Themas Inklusion in der jeweiligen Schulgemeinde
    -    verbindliche und transparente Standards in der Fortbildung der beteiligten Pädagogen zur Inklusion
    -    regelhafte Aufnahme des Themas Inklusion in die Ziel- und Leistungsvereinbarung für alle Schulen
    -    starke Einbindung der Schulaufsichten in die Umsetzung der Inklusion samt der zugehörigen Fortbildung der Schul- und Oberschulräte
    -    Erfassung und Dokumentation aller Situationen, in denen ein Schüler oder eine Schülerin wegen mangelnder Betreuungsmöglichkeiten nach Hause entlassen wird oder tageweise vom Unterricht ausgeschlossen bleibt


                                                06. Februar 2015

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    Leben mit Behinderung Hamburg
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