Thema
Busbeförderung - das muss besser werden

21.12.2018

Neulich am Morgen 6.30 Uhr schnell im Kinderzimmer, bisschen massieren, anziehen, gleich trinken, Tabletten, Jacke… Anruf, der Bus, was, jetzt schon: „Hallo!“ – „Ja, wir sind gleich da.“ – „Wie bitte, unsere Zeit ist 7.10 Uhr.“ – „Ich schaffe sonst die Tour nicht. Wir sind neu dabei…“ Hörer an die Schulter geklemmt fummele ich an der Strumpfhose und die Fahrerin spricht, hin und her, bis zum verzweifelten: „Die Zeit, die wir jetzt sprechen, fehlt mir, mit meinem Sohn alles fertig zu machen. Wir machen so schnell wir können.“ So ist es, totale Hektik. Im Bus dann wird der Kraftknoten vergessen, trotz der beteuerten großen Erfahrung. Am Nachmittag erfahre ich, dass der Bus viel zu schnell an der Schule war. 7.05 Uhr sei auch ok.

Szenen wie diese passieren täglich hundertfach in Hamburg. Sie kosten uns Kraft, Jahre unseres Lebens. Sie sind körperlich und emotional belastend. Für alle Beteiligten, ich weiß. Mist. Warum? Weil die Vergabe an Beförderungsunternehmen bisher allein aus Effizienzgesichtspunkten erfolgt. Solange das so ist, kann sich nichts ändern. Wir erleben den Preisdruck direkt an der Bustür.

Aktuell erfolgt ein neues Ausschreibungsverfahren für Beförderungsdienste in Hamburg. Es muss Qualität her, Sicherheit und ein Verständnis im Umgang mit Kindern und Menschen mit Behinderung. Dafür setzen wir uns ein und sind mit den zuständigen Behörden im Gespräch. Hier gibt es Planungen für lange Laufzeiten der Tourenvergaben und neue Anforderungen an Unternehmen und Fahrpersonal. Wir drängen darauf, dass sich da jetzt wirklich etwas tut.

Über aktuelle Entwicklungen halten wir Sie beim Elterngesprächskreis Inklusion/Integration am Donnerstag, 7.2.2019 auf dem Laufenden (19.30 Uhr im Südring 36, 22303 Hamburg) und beim Elterngesprächskreis am am Mittwoch, 17.4.2019, 19.30 Uhr wird Beförderung neben Therapie und Pflege ein eigener Top sein. Sie sind herzlich willkommen.

Kerrin Stumpf