Gut gemeint oder gut gemacht?

| LMBHH - News

Beim Fachtag „Strukturelle Gewalt in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung“ am 27. April 2026 beschäftigten sich Mitarbeiter*innen von Leben mit Behinderung Hamburg mit den Defiziten und Missständen, die strukturelle Gewalt in Einrichtungen begünstigen können.

Am 27. April 2026 fand im Südring der Fachtag „Gut gemeint oder gut gemacht? – Strukturelle Gewalt in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung“ für Mitarbeiter*innen von Leben mit Behinderung Hamburg statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie strukturelle Gewalt im Arbeitsalltag entstehen kann – oft unbemerkt und trotz guter Absichten. Deutlich wurde: Gewalt zeigt sich nicht nur in offenem Fehlverhalten, sondern auch in organisatorischen Abläufen, fehlenden Ressourcen und institutionellen Rahmenbedingungen, die Menschen mit Behinderung in ihrer Selbstbestimmung einschränken.

Ein Schwerpunkt lag auf den Workshops. Dort machten die Teilnehmer*innen eine Bestandsaufnahme zu ihren eigenen Arbeitsbereichen im Hinblick auf gewaltfördernde Strukturen. Benannt wurden unter anderem fehlende Rückzugsräume für Klient*innen wie auch für Mitarbeiter*innen, Arbeitsverdichtung, nicht ausreichend Zeit für komplexe Bedarfe der Klient*innen. Auch Themen wie Privatsphäre, Machtpotenzial der rechtlichen Betreuung und fehlende Beschwerdemöglichkeiten spielten eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wurden positive Ansätze hervorgehoben: offene Konzepte, Fortbildungsangebote, Beteiligung von Klient*innen, Beratungsstellen sowie eine stärkere Feedback- und Reflexionskultur.

Der Fachtag machte deutlich, wie wichtig gemeinsame Reflexion und konkrete Veränderungen sind, um eine respektvolle und gewaltfreie Organisationskultur bei Leben mit Behinderung Hamburg zu stärken.

Zurück
Titelbild Fachtag Strukturelle Gewalt